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Kreis Altenkirchen tritt dem Verbund der bundesweiten Behördennummer bei

Datum 21.12.2017

Nach einem halben Jahr Vorbereitungszeit und über 260 hinterlegten Verwaltungsaufgaben haben es die Projektverantwortlichen in Altenkirchen geschafft: Der Beitritt des Kreises zum 115-Verbund ist erfolgt.

Der Kreis ist damit dem bereits bestehenden Servicecenter der Kreisverwaltung Cochem-Zell angeschlossen, vor allem um den Kunden-Service mit diesem zusätzlichen Angebot zu verbessern. So haben die rund 129.700 Bürgerinnen und Bürger des Kreises mit der einheitlichen Behördennummer 115 eine neue Möglichkeit immer den richtigen Ansprechpartner zu finden - unabhängig von Zuständigkeiten.

Den neuen Service stellte Landrat Michael Lieber bei einem Presstermin in der Kreisverwaltung vor. "Durch den Beitritt zur Behördennummer 115 bieten wir eine noch bessere Erreichbarkeit und einen verbesserten Bürgerservice an. Jeder Kunde, der anruft wird bei seinem Anliegen freundlich und kompetent beraten!", so der Landrat zur Zielsetzung und ergänzt: "Die bestehenden örtlichen Service-Telefonnummern der Kreisverwaltung und beispielsweise des Abfallwirtschaftsbetriebes bleiben natürlich als Kontaktmöglichkeit bestehen." Als positive Auswirkung hofft der Behördenchef, dass durch die Entlastung der Fachebene mit der Zeit interne Strukturen optimiert und die Verwaltung effizienter gemacht werden könne.

Mit der Unterzeichnung der Charta durch Landrat Michael Lieber wurde der Beitritt zur einheitlichen Behördennummer offiziell dokumentiert. Die Charta bildet gemeinsam mit einer Verwaltungsvereinbarung die Grundlage für den Regelbetrieb von 115 und für die fachliche, organisatorische und technische Zusammenarbeit aller 115-Teilnehmer.

Beim Aufbau seines Services setzt der Landkreis auf interkommunale Kooperation. Mit der verwaltungsübergreifenden Vernetzung an das 115-Servicecenter des Kreises Cochem-Zell kann die Kreisverwaltung Altenkirchen auf die Erfahrung der dortigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückgreifen, kontinuierlich Informationen austauschen und in Zukunft ihren Bürgerinnen und Bürgern somit den qualitativ hochwertigen 115-Service bieten.

Doch vor der Freischaltung standen eine ganze Menge Vorarbeiten an, wie die Projektverantwortlichen Carolin Senf und Jana Vivien Asbach vom EDV-Referat der Kreisverwaltung erläuterten. Nach ersten Kontakten mit der Geschäfts- und Koordinierungsstelle GK 115 des Bundesinnenministeriums, deren Einführung die Behördennummer bundesweit obliegt, besichtigte die Projektgruppe des Kreises Mitte des Jahres das Servicecenter in Cochem-Zell. Schnell sei danach klar gewesen, dass die Option ein eigenes Servicecenter in Altenkirchen aufzubauen insbesondere aus Kosten- und Effizienzgründen zugunsten der Beitrittsmöglichkeit an ein bestehendes Multiservicecenter verworfen wurde. Dabei konnte auf vertragliche Regelungen der Geschäfts- und Koordinierungsstelle GK 115 zurückgegriffen werden. Als Grundlage für die telefonischen Auskünfte mussten zahlreiche Leistungsbeschreibungen in ein einheitliches Wissensmanagement-System, das von allen teilnehmenden Kommunen, Länder–und Bundesbehörden gefüllt wird, eingepflegt werden.

Lokale Besonderheiten konnten bei jeder Leistungsbeschreibung ergänzt werden. Damit ist gewährleistet, dass jedes 115-Servicecenter auch häufige Fragen zu jeder anderen teilnehmenden Verwaltung beantworten kann.

Mit der Teilnahme an der 115 bekennt sich die Kreisverwaltung Altenkirchen zum einheitlichen 115-Serviceversprechen, das den Umgang mit Behörden für Bürgerinnen und Bürger vereinfacht. "Die 115 ist von Montag bis Freitag von 8.00 bis 18.00 Uhr erreichbar. 75 Prozent aller künftigen Anrufe sollen innerhalb von 30 Sekunden angenommen, 65 Prozent ohne eine Weitervermittlung sofort beantwortet werden. Bei komplexen Sachverhalten wird der Anrufer innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung erhalten – auf Wunsch auch per Fax oder E-Mail", definierten Carolin Senf und Jana Vivien Asbach den Qualitätsanspruch der 115.

Diesen erfüllt das Servicecenter Cochem-Zell bereits seit Mai dieses Jahres, wie Hermann Johann, der Büroleiter der Kreisverwaltung Cochem-Zell, beim Pressetermin bekundete. Er schilderte die Arbeit und die bereits gesammelten Erfahrungen aus dem Servicecenter in Cochem-Zell. Dort seien derzeit im Service-Center sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, auch in Teilzeit, auf insgesamt vier Arbeitsplätze verteilt, wovon zwei bis drei Plätze ständig besetzt seien. Der Beitritt des Landkreises Altenkirchen und dem neuen Verbundpartner Bernkastel-Wittlich kann durch das Servicecenter in Cochem-Zell nach den bisherigen Schätzungen ohne personelle Veränderungen geleistet werden. Lediglich die Bearbeitung in den Randzeiten muss zusätzlich aufgefangen werden.

Wer also nach dem Starttermin die 115 im Kreisgebiet wählt, landet mit seinem Anruf im Servicecenter Cochem-Zell. Ein Anruf bei der 115 ist für die Bürgerinnen und Bürger kostengünstig: Aus dem Festnetz und den meisten Mobilfunknetzen ist sie zum Ortstarif erreichbar. Kunden mit einer Flatrate können die einheitliche Behördennummer damit kostenlos erreichen.

Durch ihr Feedback können die Bürgerinnen und Bürger übrigens zum Erfolg der 115 beitragen, denn es ist als "lernendes System" konzipiert, in das Anregungen und Leistungen aufgenommen werden und Anpassungen erfolgen können.

"Dabei ist zu beachten, dass die 115 im Vergleich zur 110 oder der 112 keine Notrufnummer ist", so der Büroleiter Norbert Schmauck,"sondern eine Servicenummer für Behördenanliegen, die sich die Bürgerinnen und Bürger einfach merken sollten!" Die Einführung der 115 wird in den ersten 24 Monaten übrigens vom Land Rheinland-Pfalz gefördert und so war eigens Otmar Henzgen, Referatsleiter E-Government, Kooperation mit EU, Bund, Ländern und Kommunen des rheinland-pfälzischen Ministeriums des Innern und für Sport für die Übergabe des Förderbescheides nach Altenkirchen gekommen. Insgesamt erhält der Landkreis Altenkirchen 50 Prozent der tatsächlich entstandenen Kosten für jeden angenommenen 115-Anruf (maximal 2 Euro).

Die Vertragsunterzeichnung mit dem Landkreis Cochem-Zell zum Anschluss an deren bereits bestehendes Servicecenter hat am 21. Dezember in der dortigen Kreisverwaltung stattgefunden.

(Pressemitteilung des Landkreises Altenkirchen)

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