Bundeskanzlerin zum Ausbau der 115
Datum: 15.02.2012
Quelle: BMI/Rickel
Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hat in einem live übertragenen Internet-Interview zum Thema Bürgerdialog und der Zukunft von Online-Bürgerbeteiligungsverfahren der einheitlichen Behördennummer 115 Potenzial auf diesem Gebiet attestiert: Sie könne sich an vielen Stellen mehr Dialog über das Internet vorstellen, sagte Merkel und nannte als Beispiel den Ausbau der 115 (www.dialog-ueber-deutschland.de/).
Tatsächlich bietet die einheitliche Behördennummer 115 – auch laut des aktuellen ISPRAT-Whitepapers - neue Möglichkeiten, politischen Handlungsbedarf aus Bürgerrückmeldungen abzuleiten. Ein Vorbild für einen solchen Einsatz der 115 ist die 311 in New York City. Beispielsweise wird die Verwaltung in New York City dadurch, dass Bürger unter der 311 auch ihre Beschwerden platzieren können, stets zeitnah über Missstände informiert und kann schnell eingreifen. Was in New York City funktioniert, ist grundsätzlich auch in Deutschland möglich. Erste Pilotversuche gibt es bereits, so z.B. in Friedrichshafen bzw. dem Bodenseekreis. Beschwerden und Hinweise können dort telefonisch über die 115, per Internet über das Portal www.sags-doch.de und mobil über eine Smartphone-Applikation vorgebracht werden. Alle Anliegen werden im 115-Servicecenter bearbeitet und dann an die entsprechende Fachbehörde weitergeleitet. Sofern von den Einreichern gewünscht, werden die Anliegen auf dem Internetportal veröffentlicht und auf einer "Anliegenübersichtskarte" dargestellt. Dieser Multikanalansatz zeigt exemplarisch, wie ein 115-Servicecenter als einheitliche Informationsdrehscheibe an der Schnittstelle zwischen Bürger und öffentlicher Verwaltung funktionieren kann. Beispielsweise könnte die Verwaltung über gehäufte Beschwerden in einem Stadtviertel wegen Vandalismus, Graffiti, ausgekippter Mülleimer und Lärmbelästigung die Entstehung neuer Brennpunkte schnell erkennen und dieser Entwicklung entgegenwirken.


