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Wirtschaftlichkeitsbetrachtung: Behördennummer 115 zahlt sich für Kommunen aus

Datum 05.08.2016


Die Einführung der Behördennummer 115 lohnt sich. Das belegen die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, die am Fallbeispiel des Multicenter Stadt- und Landkreis Karlsruhe im Auftrag der Geschäfts-und Koordinierungsstelle 115 im Bundesministerium des Innern durchgeführt wurde. Im Betrachtungszeitraum 2011 bis prospektiv 2021 zeigt sich, dass der monetäre Nutzen, der für die Fachverwaltung entsteht, die Kosten des Multicenters rechnerisch um 1,11 € pro Anruf übersteigt. Die Einführung der 115 ist bereits mittelfristig wirtschaftlich: Nach nur drei Jahren wird ein positives Ergebnis erzielt. Auch im Bereich der qualitativ-strategischen Aspekte überzeugt die 115. Die einfache Nutzung, die Verfügbarkeit von Informationen über die 115-Wissensdatenbank sowie die Verbesserung und Erweiterung des Dienstleistungsangebots sind ein echter Gewinn für Kommunen.

Untersuchungsgrundlagen

Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung wurde in den Monaten April bis Juni 2016 als begleitende Erfolgskontrolle am Fallbeispiel des Multicenters Stadt- und Landkreis Karlsruhe durchgeführt. Das Multicenter eignet sich insbesondere, da es durch die konsequente Einbettung der 115 in die organisatorische Struktur des Multicenters - mit einem Front- und Back-Office-Bereich - beispielgebend für andere Kommunen ist. Der untersuchte Zeitraum bezieht sich auf die Jahre 2011 bis 2021. Als Grundlage für die Betrachtung wurde die standardisierte Methode WiBe 5.0. herangezogen, als Basisjahr das Jahr 2015 gesetzt. Die Untersuchung ist übertragbar auf andere Kommunen, die sich für eine Teilnahme am 115-Verbund interessieren oder die Nutzung der 115 ausbauen wollen.

Der monetäre Nutzen der 115

Der monetäre Nutzen entsteht in Form von Zeitersparnissen und Kostensenkungen pro Anruf bei den jeweils zuständigen Fachbehörden. Dieser Nutzen beläuft sich im Betrachtungszeitraum auf insg. 18, 7 Millionen Euro. Bei einem Anrufaufkommen in Höhe von 2,25 Millionen im Gesamtzeitraum entsteht somit rechnerisch ein Nutzen in Höhe von 8,34 Euro pro Kontakt, Vor- und Nachbereitungszeiten zu einem Anruf sowie anteilige Pausenzeiten eingeschlossen. Dabei sind Kosten für die 115 in Höhe von 16,3 Millionen Euro entstanden bzw. zu erwarten. Bei einem Anrufaufkommen in Höhe von 2,25 Millionen entstehen somit rechnerisch Kosten in Höhe von 7, 23 Euro pro Kontakt bzw. Anruf. Damit übersteigt der Nutzen, der für die Fachverwaltung entsteht, die Kosten pro Kontakt um 1,11 Euro.

Qualitativ-strategische Aspekte

Bei Einführung der 115 ist ebenso eine erweiterte Wirtschaftlichkeit gemäß den qualitativ-strategischen Kriterien und aufgrund der evaluierten externen Effekte gegeben. Zu den qualitativ-strategischen Kriterien gehören u.a. behördeninterne Qualitätsverbesserungen und die Wirkung der Maßnahme bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der öffentlichen Verwaltung. Bei Betrachtung externer Effekte werden u.a. Kriterien wie der wirtschaftliche Nutzen für den Kunden sowie der Nutzen durch die zeitnahe und vollständige Verfügbarkeit der Information betrachtet. Bei der Bewertung der qualitativ-strategischen Kriterien wurden 85 Punkte, der externe Effekte 77 Punkte von jeweils maximal 100 Punkten erreicht.

Eine Kurzzusammenfassung der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung können Sie hier abrufen.

Die Langversion ist hier verfügbar.

Sie haben Interesse an der 115? Dann melden Sie sich bei uns, entweder unter 115@bmi.bund.de oder unter 030 / 18681-12535.

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